Chorgesang trifft auf Blasmusik

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Oberhessische Presse vom 10.11.2015 von Mareike Bader

„Wir wollen überraschen“, hatte Jean Kleeb im Gespräch während der Pause am Samstag in der Evangeliumshalle Wehrda versprochen. Und er sollte Recht behalten. Es sei nicht einfach gewesen, passende Literatur zu finden, die für die Zusammenarbeit geeignet war, verriet der Chorleiter nach dem Konzert. Vier Stücke wurden zusammen erarbeitet, mit denen der Gospelchor der Kurhessischen Kantorei „Joy of Life“ sowie das sinfonische Blasorchester des VfL Marburg die knapp 500 Zuhörer begeisterte. Und nach der Zugabe „Halleluja“ von Leonard Cohen gab es sogar Standing Ovations. Zu der Zusammenarbeit kam es durch die beiden Musiker Martin Dörr und Björn Struckmeier, die sowohl bei „Joy of Life“ singen, als auch beim VfL Marburg musizieren. Irgendwann sei der Vorschlag gekommen, etwas gemeinsam zu machen, erzählte der VfL-Dirigent Ulrich Moormann im Gespräch.

Evangeliumshalle bietet optimale Bedingungen

Die beiden Leiter nahmen die Aufgabe begeistert in Angriff. Doch für ein gemeinsames Konzert musste ein passender Veranstaltungsort gefunden werden. Die Lutherische Pfarrkirche, in der „Joy of Life“ üblicherweise singen, sei vom Platz und von der Akustik nicht geeignet gewesen, erklärte Kleeb. Die Wahl fiel auf die Evangeliumshalle, die sowohl auf der Bühne als auch im Saal gut gefüllt war. Der breite Raum eignete sich hervorragend für das gemeinsame Konzert. Auch auf den Randplätzen war der warme und ausgewogene Klang zu hören, bei dem keine Instrumentengruppe unangenehm hervorstach. Bevor beide Ensembles gemeinsam auftraten, präsentierten beide einzeln einen Auszug aus ihrem jeweiligen Repertoire mit Weltmusik und Gospel von „Joy of Life“ sowie kräftigen Werken wie „Ross Roy“ von Jacob de Haan vom sinfonischen Blasorchester des VfL Marburg.

Den Kreis der Instrumente erweiterte „Joy of Life“ beim ersten gemeinsamen Stück mit seinem Gesang. Bei der „Hymn to the Fallen“ aus dem Hollywood-Blockbuster „Der Soldat James Ryan“ verstärkten die etwa 80 Sängerinnen und Sänger die knapp 65 Musiker des VfL-Orchesters zwar mit Gesang, aber ohne Worte.

Mozart mit modernen Wendungen

Bei „Purple Rain“ wurde Sänger Michael Peuker mit seinem Solo-Part zum hauseigenen Prince, während Janina Rozmyslowski am Altsaxophon das Solo übernahm. Bei „When you Believe“ aus dem Dreamworks-Zeichentrickfilm „Der Prinz von Ägypten“ wurde kraftvoll und mit viel Tempo das hebräische Lied „Ashira L’Adonai“ eingeschoben. Dass es auch traditioneller geht zeigten die beiden Ensembles bei der Bearbeitung von Mozarts „Dona nobis pacem“, das jedem Chorsänger geläufig ist und das mit einigen modernen Wendungen und interessanten Kniffen aufwartete. Geschickt passten sich die Musiker dem Chor an, der teilweise nur in einzelnen Stimmlagen sang. Am Ende gab es langanhaltenden Applaus für ein mitreißendes Konzert.